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Dispoly Team

Feuerwehr-Software im Überblick: Welches System löst welches Problem?

Der Gerätewart soll „mal was Digitales" vorschlagen, tippt „Feuerwehr Software" ein und bekommt zwanzig Anbieter, die alle nach demselben klingen. Jeder verspricht Übersicht, jeder hat eine App, jeder zeigt einen Screenshot mit Fahrzeugen darauf.

Das Problem an dieser Suche ist nicht die Auswahl. Es ist, dass hinter dem Wort „Feuerwehr-Software" mindestens vier völlig verschiedene Aufgaben stecken. Wer das nicht auseinanderhält, vergleicht Systeme, die gar nicht miteinander konkurrieren, und wundert sich, warum das eine Angebot 0 Euro kostet und das andere vierstellig ist.

Dieser Beitrag sortiert die Landschaft nach Aufgaben. Kein Ranking, keine Punktetabelle: Für welches System ihr euch entscheidet, hängt davon ab, welches Problem bei euch gerade drückt.

Ein Feuerwehrmann koordiniert die Einsatzplanung am Tablet in seinem Büro.

Offenlegung: Dispoly ist unser eigenes Produkt, und wir sagen unten klar, wofür es gebaut ist. Alle Angaben zu anderen Anbietern stammen aus deren öffentlichen Beschreibungen, geprüft im August 2026. Funktionsumfang und Preise ändern sich; prüft die für euch entscheidenden Punkte vor einer Anschaffung noch einmal nach.

Die vier Aufgaben

  1. Alarmierung und Verfügbarkeit: Wer kommt, wenn der Melder geht?
  2. Verwaltung: Mitglieder, Lehrgänge, Einsatzberichte, Fahrzeuge, Inventar.
  3. Prüfwesen und Atemschutzwerkstatt: Prüffristen, Werkstattdaten, Einsatzbereitschaft.
  4. Belegung geteilter Ressourcen: Wer hat den MTW am Samstag?

Die meisten Wehren brauchen im Laufe der Zeit mehr als eines davon. Das ist normal, und die Anbieter wissen das: Schnittstellen zwischen den Systemen sind längst üblich.

1. Alarmierung und Verfügbarkeit

Hier geht es um die Minuten nach der Alarmierung und um die Frage davor, wer überhaupt einsatzbereit ist.

DIVERA 24/7 erfasst die Einsatzverfügbarkeit der Kräfte und alarmiert redundant über App, Anruf, SMS und Pager. Dazu kommen ein Alarmmonitor mit Einsatzauftrag und Anfahrtskarte für die Fahrzeughalle, ein Team-Messenger und Schnittstellen zu Leitstellen und Drittsystemen. Der Betrieb läuft nach Anbieterangaben ausschließlich auf Servern in Deutschland, georedundant über mehrere Rechenzentren, das Unternehmen ist nach ISO 27001 zertifiziert und lehnt US-Cloud-Anbieter ausdrücklich ab. Die Tarife der öffentlichen Gefahrenabwehr beginnen bei DIVERA 24/7 FREE, dauerhaft kostenlos für bis zu 50 Personen; darüber liegen ALARM ab 0,49 € und PRO ab 0,99 € je Nutzer und Monat.

Alamos FE2 ist die zentrale Alarmierungsplattform des Herstellers und läuft wahlweise on-premise im eigenen Netz oder in der Cloud. Interessant ist die gelebte Praxis: Leitstellen und Landratsämter, die einen FE2-Server betreiben, können Einsätze und Statusmeldungen über eine verschlüsselte MQTT-Schnittstelle an DIVERA 24/7 übergeben. Zusammen mit DIVERA FREE bekommen so auch kleine Wehren bis 50 Einsatzkräfte eine Zusatzalarmierung. Ein gutes Beispiel dafür, dass „entweder/oder" in dieser Landschaft selten die richtige Frage ist.

Für wen: Jede Wehr, die alarmiert wird, also praktisch alle. Das ist meist das erste System, das eingeführt wird.

2. Verwaltung

Der größte und unübersichtlichste Block. Hier liegen Mitgliederdaten, Dienststunden, Lehrgänge, Einsatzberichte, Fahrzeuge, Inventar und die Kleiderkammer.

FWportal ist eine Cloud-Lösung ohne Installation, mit Servern in Deutschland: Mitglieder mit Funktionen und Qualifikationen, Einsatzberichte, Inventar und Prüftermine, Lehrgänge, Dienststunden, Hydrantenpläne und Atemschutz-Tauglichkeiten. Die BASIC-Version ist kostenlos und deckt die klassischen Verwaltungsaufgaben ab, inklusive Einsatzberichten und Atemschutzdokumentation. Die mobile App, Barcode- und RFID-Erfassung sowie die Kommunikationsfunktionen liegen in PREMIUM, das nach Anbieterangaben bei etwa 30 bis 50 € im Monat startet. Für kleinere Wehren ohne Budget ist das ein sehr niedrigschwelliger Einstieg.

FLOW von VOMATEC ist ebenfalls cloudbasiert und deckt ein breites Spektrum ab: Personal, Geräte- und Materialverwaltung, Mängelmeldungen, Dienst- und Übungsplanung, Einsatzdokumentation, Abrechnung und Atemschutznachweise. Dazu gibt es eine kostenlose Crew-App für die Mannschaft mit Selbstauskunft, automatischer Stundenerfassung und digitaler Dienstkarte. Zwei Punkte stechen heraus: die automatische Anbindung an die ZED-Datenbank der DGUV, mit der sich Gefahrstoffexpositionen rechtssicher und über die geforderten 40 Jahre dokumentieren lassen, und eine bidirektionale Schnittstelle zu DIVERA 24/7, über die Einsätze und Mitgliederdaten ohne Doppelerfassung fließen.

fireplan kombiniert Verwaltung, Alarmierung und Einsatzunterstützung in einem System: Personal, Geräte und Material, Einsatzberichte, Abrechnung, Auswertungen, Karten mit Hydranten sowie Kalender und Termine. Dazu kommen fireplan.app fürs Smartphone und fireplan.pad fürs Tablet. Der Anbieter wirbt ausdrücklich damit, dass weder Server noch VPN nötig sind und die Nutzerzahl nicht begrenzt ist. Gedacht ist das für Wehren, die keine eigene Infrastruktur betreiben wollen.

MP-FEUER ist der Klassiker: nach eigenen Angaben über 30 Jahre am Markt und in vielen Bundesländern verbreitet. Der Funktionsumfang reicht von Personal und Kleiderkammer über PSA, Fahrzeuge, Geräte und Lager bis zu Einsätzen, Ausbildung und Abrechnung. Klassisch wird lokal installiert, auch als Netzwerkversion für mehrere Arbeitsplätze; daneben gibt es inzwischen die Cloud-Plattform MPBOS.one. Wer eine große Organisation mit gewachsenen Prozessen verwaltet, findet hier viel Tiefe.

Für wen: Jede Wehr ab einer gewissen Größe. Die Entscheidung läuft meist auf drei Fragen hinaus: Cloud oder eigener Server, wie tief muss das Prüfwesen sein, und was nutzen die Nachbarwehren im Landkreis (weil man sich gegenseitig hilft).

3. Prüfwesen und Atemschutzwerkstatt

Ein Sonderfall mit eigenen Anforderungen: Hier hängen Fristen, Nachweispflichten und im Zweifel die Einsatzbereitschaft dran.

Dräger kommt aus der Gerätewelt und bietet entsprechend werkstattnahe Software. Die Drägerware.Werkstatt Software 3000 ist auf die Anforderungen der Atemschutzwerkstatt zugeschnitten und verwaltet Wartung, Prüfintervalle und Ersatzteile; für größere Werkstätten gibt es die Ausbaustufen 5000 und 7000. Dräger RAM ist browserbasiert und zeigt jederzeit, welche Ausrüstung einsatzbereit ist und wo sie sich befindet. RAM lässt sich mit der Atemschutzüberwachung Dräger FireGround koppeln, sodass sich Service- und Einsatzhistorie eines Atemschutzgeräts lückenlos nachvollziehen lassen.

Für wen: Wehren mit eigener Atemschutzwerkstatt, und alle, bei denen die Prüfdokumentation bisher auf Karteikarten läuft. Der Vorteil der Hersteller-Software ist die Verzahnung mit den Prüfgeräten; wer die ohnehin von Dräger hat, spart sich Doppelerfassung.

4. Belegung geteilter Ressourcen: hier ordnen wir uns ein

Und dann gibt es die Frage, die keine dieser Kategorien im Kern adressiert, weil sie so banal wirkt:

„Wer hat am Samstag den MTW?"

Die Jugendfeuerwehr will ihn für einen Ausflug, die Einsatzabteilung für die Übung, jemand hat den Schulungsraum für einen Lehrgang eingeplant, und der Verkehrssicherungsanhänger steht angeblich beim Nachbarort. Verwaltungssoftware weiß, dass diese Fahrzeuge existieren, wem sie gehören und wann sie geprüft werden müssen. Wer sie am kommenden Wochenende belegt, ist eine andere Frage, und die wird in vielen Wehren nach wie vor im Gruppenchat geklärt.

Genau dafür ist Dispoly gebaut. Ihr legt eure Ressourcen an (Fahrzeuge, Räume, Geräte, mit Kategorie und Standort) und bekommt einen gemeinsamen Belegungsplan, den alle sehen. Gebucht wird über einen Link oder einen QR-Code an der Tür, ohne App und ohne Konto.

Das ist der eigentliche Unterschied zu den Terminkalendern der Verwaltungssysteme: Die planen Dienste und Termine der eingetragenen Mitglieder. Die Frage nach dem MTW betrifft aber regelmäßig Leute ohne Zugang zum Verwaltungssystem: den Jugendwart, den Förderverein, die Nachbarwehr, die Gemeinde, die den Schulungsraum mitnutzt. Genau die können bei Dispoly buchen, ohne dass ihr für jeden einen Benutzer anlegt.

Dazu kommt, was den Gruppenchat überflüssig macht:

  • Doppelbuchungen sind technisch ausgeschlossen, nicht nur unerwünscht.
  • Wiederkehrende Sperrzeiten wie der Übungsdienst am Dienstag werden einmal eingetragen.
  • Freigaben per Klick, wenn nicht jeder alles einfach nehmen können soll.
  • iCal-Feed: Buchungen erscheinen in Google-, Outlook- und Apple-Kalender.
  • Automatische Erinnerung 24 Stunden vor Beginn.

Dispoly arbeitet dabei neben eurer Verwaltungssoftware, nicht gegen sie: Mitgliederakten, Einsatzberichte und Atemschutzfristen bleiben dort, wo sie hingehören. Die Belegung geteilter Fahrzeuge und Räume kommt zu Dispoly. Mehr dazu auf unserer Seite für Feuerwehren.

Wie ihr auswählt: fünf Fragen

Welches Problem drückt gerade wirklich? Nicht „was wäre alles schön", sondern was diese Woche Ärger gemacht hat. Software, die ein akutes Problem löst, wird benutzt. Software, die theoretisch nützlich ist, verstaubt.

Wer pflegt das System? Jedes dieser Werkzeuge braucht jemanden, der es füttert. Im Ehrenamt ist die knappste Ressource nicht Geld, sondern Zeit und die Bereitschaft, sich einzuarbeiten. Fragt vor dem Kauf, wie viel Pflege realistisch anfällt.

Was machen die Nachbarwehren und die Kreisverwaltung? In vielen Landkreisen gibt es faktisch einen Standard. Sich dranzuhängen bringt Hilfe bei Fragen, gemeinsame Schulungen und manchmal günstigere Konditionen.

Wie kommen die Daten wieder raus? Ein Export ist keine Nebensache. Wer heute einsteigt, will in fünf Jahren die Wahl haben.

Was passiert mit den Daten der Mitglieder? Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag, Löschfristen. Bei Wehren, die organisatorisch zur Gemeinde gehören, redet außerdem der kommunale Datenschutz mit. Wir haben das in einem eigenen Beitrag ausführlicher aufgeschrieben: DSGVO bei Buchungsdaten.

Fazit

Es gibt nicht die Feuerwehr-Software. Es gibt Alarmierung, Verwaltung, Prüfwesen und Belegung: vier Aufgaben, die verschiedene Werkzeuge lösen und die sich in der Praxis kombinieren lassen. Die meisten Wehren fangen bei der Alarmierung an, ergänzen die Verwaltung, holen sich Werkstattsoftware dazu, sobald die Atemschutzfristen zum Thema werden. Und merken irgendwann, dass die Frage nach dem MTW am Samstag immer noch im Gruppenchat landet.

Wenn ihr an diesem Punkt seid: Legt eure Fahrzeuge, Räume und Geräte in einer halben Stunde an, hängt den QR-Code ans Schlüsselbrett und lasst den Rest die Wehr erledigen. 30 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten, hier starten.

Ergänzend lesenswert: Geräteverwaltung in der Feuerwehr digitalisieren und Doppelbuchungen vermeiden: 5 Regeln für geteilte Ressourcen.