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Dispoly Team

Buchungssystem für Vereine auswählen: 7 Fragen vor der Entscheidung

Die meisten Buchungssysteme scheitern nicht an fehlenden Funktionen. Sie scheitern daran, dass nach vier Monaten wieder im Gruppenchat gefragt wird, weil zwei Leute das Passwort vergessen haben und einer nie einen Account angelegt hat.

Die Fragen, die das verhindern, stehen selten in einer Funktionsliste. Hier sind sieben.

Vorab: Braucht ihr überhaupt eines?

Ehrliche Antwort: Nicht jeder Verein braucht Software.

Wenn ihr eine Ressource habt, also einen Raum, ein Fahrzeug oder ein Gerät, und drei Leute sie verwalten, die ohnehin denselben Kalender nutzen, dann reicht ein geteilter Kalender. Das kostet nichts und alle kennen es.

Interessant wird es, sobald einer dieser Punkte dazukommt:

  • Mehrere Ressourcen, die sich Leute gegenseitig wegnehmen können
  • Nutzer außerhalb des harten Kerns, also Mitglieder, Gastgruppen oder Mieter
  • Anfragen zu Zeiten, in denen niemand erreichbar ist
  • Geld, das im Spiel ist

Wenn zwei oder mehr davon zutreffen, lohnt sich der Blick auf ein System. Dann aber bitte mit diesen sieben Fragen.

Checkliste mit sieben Fragen an ein Buchungssystem, von der Buchung ohne Konto bis zur Frage, ob es den Vorstandswechsel überlebt.

1. Müssen die Nutzer ein Konto anlegen?

Das ist die wichtigste Frage, und sie wird fast immer übersehen.

Für den Vorstand ist ein Konto kein Problem. Für das Mitglied, das zweimal im Jahr den Anhänger braucht, ist das Konto die Hürde, an der es abbricht. Dann wird eben angerufen, und ihr seid wieder da, wo ihr angefangen habt.

Fragt konkret: Kann jemand, der noch nie von eurem System gehört hat, über einen Link die Verfügbarkeit sehen und buchen? Ohne Registrierung, ohne App, ohne Passwort?

Wenn die Antwort nein lautet, wird das System nur von denen benutzt, die es sowieso pflegen.

2. Ist eine Doppelbuchung ausgeschlossen oder nur unwahrscheinlich?

„Das System zeigt an, dass der Termin belegt ist“ und „das System lässt die zweite Buchung nicht zu“ sind zwei verschiedene Zusagen.

Bei einem geteilten Kalender oder einer Tabelle ist die Doppelbuchung jederzeit möglich, sie fällt nur später auf. Im schlechtesten Fall erst, wenn beide vor der Tür stehen.

Ein Buchungssystem sollte den Konflikt beim Absenden erkennen und die zweite Buchung ablehnen, auch wenn zwei Leute gleichzeitig auf Absenden tippen.

Fragt im Test: Was passiert, wenn ihr denselben Zeitraum zweimal bucht? Wenn beide durchgehen, habt ihr eine schönere Tabelle gekauft, mehr nicht. Warum das der Kern der Sache ist, steht in Doppelbuchungen vermeiden.

3. Wer gibt frei, und braucht ihr das überhaupt?

Manche Ressourcen kann jeder nehmen, andere nicht. Der Beamer ist unkritisch, der Vereinsbus nicht, die Kreissäge schon gar nicht.

Ein brauchbares System lässt euch das pro Ressource entscheiden, nicht nur global. Sonst müsst ihr entweder jede Buchung freigeben, was Arbeit macht, oder gar keine, was riskant ist.

Prüft außerdem, was nach der Freigabe passiert: Bekommt die anfragende Person automatisch Bescheid, oder müsst ihr noch eine Mail schreiben? Wenn Letzteres, habt ihr die Arbeit nur verschoben.

4. Kommt die Belegung dorthin, wo ohnehin alle hinschauen?

Ein System, in das man sich extra einloggen muss, um nachzusehen, wird nicht benutzt. Menschen schauen in ihren Kalender und auf die Vereinswebsite, nicht in ein weiteres Portal.

Achtet deshalb auf zwei Dinge:

  • Kalender-Abo. Lassen sich die Buchungen in Google, Outlook oder Apple Kalender abonnieren? Dazu haben wir eine eigene Anleitung.
  • Einbettung. Lässt sich der Belegungsplan in die eigene Website einbauen, oder gibt es nur einen Link nach außen? Wie das aussieht, steht in Buchungsseite einbetten.

Beides klingt nach Kleinigkeit und entscheidet in der Praxis darüber, ob das System Teil des Alltags wird.

5. Kommt ihr wieder raus?

Diese Frage stellt niemand vor der Entscheidung und jeder danach.

Klärt vorher: Bekommt ihr eure Ressourcen und Buchungen als CSV oder Excel wieder heraus, also in einem Format, das ein anderes System lesen kann?

Genauso wichtig ist der Weg hinein. Wenn ihr eure Liste nicht hochladen könnt, sondern alles abtippen müsst, kostet der Start ein Wochenende. Wie ein Umzug idealerweise aussieht, steht in Von Excel zu einem Belegungsplan umziehen.

6. Wo liegen die Daten, und wer haftet?

Bei Buchungen fallen Namen, E-Mail-Adressen und manchmal Notizen an. Das sind personenbezogene Daten, auch wenn es sich nur um die Reservierung eines Beamers handelt.

Die Haftungsfrage ist schnell beantwortet: Verantwortlich seid ihr. Der Anbieter verarbeitet die Daten in eurem Auftrag, dafür gibt es den Auftragsverarbeitungsvertrag. Darin steht, was er mit den Daten tun darf und was nicht. Gegenüber euren Mitgliedern und Gästen steht trotzdem euer Verein gerade.

Klärt vor der Entscheidung:

  • In welchem Land stehen die Server?
  • Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und bekommt ihr ihn ohne Nachfragen?
  • Wie lange werden Daten aufbewahrt, und könnt ihr das beeinflussen?
  • Werden beim Buchen Dienste geladen, die eine Einwilligung erfordern?

Der letzte Punkt wird meistens zu pauschal beantwortet. Entscheidend ist nicht, ob gemessen wird, sondern wie: Ein Dienst, der Cookies setzt oder sonst etwas auf dem Gerät der Besucher ablegt oder ausliest, braucht eine Einwilligung nach § 25 Abs. 1 TDDDG, also ein Banner. Wird ohne Cookies gemessen und nichts auf dem Gerät gespeichert, geht es ohne Banner. Eine Rechtsgrundlage, also einen Grund, aus dem ihr die Daten überhaupt erheben dürft, und einen Eintrag in der Datenschutzerklärung braucht ihr in beiden Fällen.

Was bei Buchungsdaten sonst zählt, von der Datensparsamkeit bis zur Frage, wer welche Buchungen sehen darf, steht in DSGVO bei Buchungsdaten.

7. Was passiert, wenn der Vorstand wechselt?

Ehrenamt heißt Wechsel. In zwei Jahren macht es jemand anderes, und der wird nicht dieselben Fragen stellen wie ihr heute.

Praktisch bedeutet das:

  • Hängt der Zugang an einer Person oder an einer Vereinsadresse? Ein Konto auf den Namen des jetzigen Kassenwarts ist eine Zeitbombe.
  • Können mehrere Leute verwalten, oder gibt es genau einen Zugang, der herumgereicht wird?
  • Ist die Bedienung so einfach, dass sie ohne Übergabedokument funktioniert?

Ein System, das nur der jetzige Schriftführer versteht, ist genau so lange gut, wie der Schriftführer bleibt.

Und der Preis?

Der Preis ist wichtig, steht aber bewusst am Ende. Achtet weniger auf die monatliche Zahl als auf die Grenzen dahinter:

  • Wonach wird gezählt? Nach Ressourcen, Standorten, Mitgliedern oder Buchungen? Wenn nach Buchungen gezählt wird, bestraft euch der Erfolg.
  • Was passiert beim Wachsen? Wenn zwei zusätzliche Räume euch in den nächsten Tarif zwingen, ist der Sprung schnell größer als der Nutzen.
  • Fallen bei Zahlungen Gebühren an? Falls ihr Nutzungsgebühren online einzieht, kommt zur Software oft ein Prozentsatz je Transaktion dazu.

Und testet vor der Entscheidung mit euren echten Ressourcen, nicht mit Beispieldaten. Erst dann merkt ihr, ob die Struktur zu eurem Verein passt.

Die Kurzfassung

Wenn ihr euch nur drei Fragen merken wollt:

  • Können Gelegenheitsnutzer ohne Konto buchen?
  • Ist die Doppelbuchung technisch ausgeschlossen?
  • Kommt die Belegung in den Kalender und auf die Website, ohne dass jemand etwas abtippt?

Wer diese drei mit Ja beantwortet, wird das System auch in einem Jahr noch benutzen. Alles andere ist Ausstattung.

Wie Dispoly diese Fragen beantwortet, steht auf der Lösungsseite für Vereine. Und wenn ihr nach dem Lesen zu dem Schluss kommt, dass ein geteilter Kalender für euch reicht, ist das auch eine gute Entscheidung.

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